{"id":14332,"date":"2023-11-13T16:43:29","date_gmt":"2023-11-13T15:43:29","guid":{"rendered":"https:\/\/ivienna.info\/?p=14332"},"modified":"2025-07-16T15:54:07","modified_gmt":"2025-07-16T13:54:07","slug":"die-entwicklung-der-pharmazie-und-die-ersten-apotheken-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ivienna.info\/de\/eternal-14332-die-entwicklung-der-pharmazie-und-die-ersten-apotheken-in-wien","title":{"rendered":"Die Entwicklung der Pharmazie und die ersten Apotheken in Wien"},"content":{"rendered":"\n<p>Heutzutage sind die Wienerinnen und Wiener es gewohnt, bei Krankheit Apotheken aufzusuchen, in denen es eine F\u00fclle wirksamer Medikamente gibt. Doch vor einigen Jahrhunderten war das alles ganz anders. Damals waren Apotheken geheimnisvolle Orte. Mehr dazu auf der Website <a href=\"https:\/\/ivienna.info\/de\/\">ivienna.info<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Anf\u00e4nge der Pharmazie<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.ivienna.info\/wp-content\/uploads\/sites\/68\/2023\/11\/17223428\/3i89rs369ig67vfss769vgjpxaleodgxcxy9h7ufmeo_4r81eznftb5lp0xdanhemavaklbvdn-9y0g5fayhk5ernan6z47vkrn8_csxtnxsq3razuw7l8prohkp8nb-zm4iwpy5xtasv-tg7zntnji.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1241 trat in Europa erstmals der Beruf des Apothekers in Erscheinung. 1250 erlie\u00df Kaiser Friedrich II. ein Dekret, das die Apotheker zur Arbeit nach bestimmten Regeln verpflichtete. Dar\u00fcber hinaus durfte eine Apotheke laut Befehl Seiner Majest\u00e4t <strong>nur mit staatlicher Genehmigung<\/strong> er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen gro\u00dfen Impuls f\u00fcr die Entwicklung der Pharmazie gab die Alchemie. Die Alchemisten versuchten n\u00e4mlich, mit verschiedenen chemischen Substanzen das &#8222;gro\u00dfe Elixier&#8220; zu entwickeln, das den Menschen ewiges Leben erm\u00f6glichen sollte. Ihre experimentellen Arbeiten verbesserten die Pharmazie erheblich und erweiterten das Wissen der Apotheker im Bereich der Chemie. Dies bildete die Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung der Pharmazie.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings gab es zu dieser Zeit keine universit\u00e4re Ausbildung f\u00fcr Pharmazeuten. Alle, die diesen Beruf ergreifen wollten, mussten Latein beherrschen und Erfahrung in einer Apotheke mitbringen. Mehr noch, ein Apotheker musste lesen k\u00f6nnen und ein <strong>umfassendes Wissen \u00fcber Kr\u00e4uter<\/strong> besitzen, da er Tinkturen und Heiltr\u00e4nke herstellen musste.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Womit besch\u00e4ftigten sich die Apotheker?<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Apotheker bem\u00fchten sich, ihren Laboratorien eine Atmosph\u00e4re des Geheimnisvollen und Wunderbaren zu verleihen. Sie umgaben sich mit exotischen Gegenst\u00e4nden: getrockneten Krokodilen und gro\u00dfen Schildkr\u00f6ten, die Hauptzutaten f\u00fcr ihre Mixturen waren. Auf den Etiketten, die auf die Gef\u00e4\u00dfe geklebt wurden, war vermerkt, was sich darin befand, zum Beispiel H\u00f6rner von Nash\u00f6rnern, Klauen von Elchen und anderes.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle hergestellten Essenzen wurden auf speziellen Holzregalen aufbewahrt. Bei der Arbeit wurden stets Waagen verwendet, die halfen, die Arzneien zu dosieren. In der Apotheke befand sich ein Tisch, auf dem die Bestellungen zubereitet wurden: Tinkturen, Salben und anderes. Es ist erw\u00e4hnenswert, dass die <strong>Rezepte an niemanden weitergegeben wurden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben der Arbeit mit Pflanzen mussten sich die Apotheker auch mit chemischen Forschungen befassen, da bald das chemische Laboratorium ihr neuer Arbeitsplatz wurde. Da die Pharmazie im Laufe der Zeit immer komplexer wurde, war es zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Frankreich und Italien f\u00fcr die Aus\u00fcbung des Berufs erforderlich, Vorlesungen an der Universit\u00e4t zu besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1404 wurde eine der ersten Wiener Apothekerordnungen erlassen, die Anforderungen an die Apotheker enthielt: die F\u00e4higkeit, Rezepte zu lesen, und Lateinkenntnisse. Dar\u00fcber hinaus konnte ein Fachmann erst nach einer Ausbildung an einer medizinischen Fakult\u00e4t und einer dort erfolgreich abgelegten Pr\u00fcfung eine Anstellung finden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die ersten Wiener Apotheken<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.ivienna.info\/wp-content\/uploads\/sites\/68\/2023\/11\/17223427\/xov2eegh9blmhklnfbgculswxqhetyr1vb-fnkxhat98pefpwhbmem-xj8ypqgli7bc0vs2vputfs6nfcqfb9udfsoiughyms_e81c6sn9oa77pzbckrlvq3gt9qbigen9olg2pg6arob_xmd1b5fy.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1564 erlie\u00df Kaiser Ferdinand I. die erste Verordnung f\u00fcr Wien, die aus 26 Punkten bestand. Gem\u00e4\u00df dieser durften in der Stadt <strong>nicht mehr als 10 Apotheken<\/strong> er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bemerkenswert ist, dass sich die Apotheken in Wien haupts\u00e4chlich in den Gegenden um den Graben und den Stephansplatz befanden, die im Volksmund als &#8222;Apothekerviertel&#8220; bezeichnet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang des 18. Jahrhunderts wurde das Wiener &#8222;Gremium pharmaceuticum&#8220; gegr\u00fcndet. Dessen Hauptaufgabe war die Kontrolle der Arbeit der Apotheken sowie die \u00dcberwachung der Einhaltung von Regeln und Gesetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1782 war es in Wien einem ausgebildeten und qualifizierten Fachmann erlaubt, eine eigene Apotheke zu er\u00f6ffnen, wof\u00fcr jedoch zuvor eine Genehmigung von der Stadtverwaltung eingeholt werden musste. Dies f\u00fchrte zu einer Zunahme der Anzahl der Apotheken in der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verbesserte sich das Erscheinungsbild der st\u00e4dtischen Apotheken. Im Zuge der gro\u00dfen Fortschritte in der Medizin ver\u00e4nderte sich die medikament\u00f6se Therapie vollst\u00e4ndig. Verschiedene bunte Dosen wurden verboten und durch schlichte, funktionale Glas- und Porzellangef\u00e4\u00dfe ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach wie vor bestand die Apotheke aus einem Raum, in dem Arzneien zubereitet und ausgegeben wurden. In dessen Mitte stand ein riesiger Tisch mit Waagen und kleinen Arbeitsger\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p>An jeder Wand standen Schr\u00e4nke mit Schubladen, in denen bereits fertige Medikamente aufbewahrt wurden. In den angrenzenden R\u00e4umen befand sich die Materialkammer, wo die Vorr\u00e4te an Zutaten f\u00fcr die Heiltr\u00e4nke gelagert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit jedem Jahr entwickelte sich die Pharmazie weiter, in Wien entstanden immer mehr Apotheken, und so haben die heutigen Einwohner die M\u00f6glichkeit, jegliche Krankheiten sicher zu behandeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heutzutage sind die Wienerinnen und Wiener es gewohnt, bei Krankheit Apotheken aufzusuchen, in denen es eine F\u00fclle wirksamer Medikamente gibt. Doch vor einigen Jahrhunderten war das alles ganz anders. Damals waren Apotheken geheimnisvolle Orte. Mehr dazu auf der Website ivienna.info. 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