{"id":14530,"date":"2023-11-15T10:28:19","date_gmt":"2023-11-15T09:28:19","guid":{"rendered":"https:\/\/ivienna.info\/?p=14530"},"modified":"2025-07-31T13:05:25","modified_gmt":"2025-07-31T11:05:25","slug":"geschichte-und-entwicklung-der-leichtathletik-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ivienna.info\/de\/eternal-14530-geschichte-und-entwicklung-der-leichtathletik-in-wien","title":{"rendered":"Geschichte und Entwicklung der Leichtathletik in Wien"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Stadtbild ohne Menschen, die jeden Morgen laufen gehen, ist heute kaum vorstellbar. Doch das war nicht immer so. In fr\u00fcheren Zeiten galt das Laufen in der Stadt als eine Seltenheit, schreibt <a href=\"https:\/\/ivienna.info\/de\/\">ivienna.info<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Laufen in fr\u00fcheren Zeiten<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.ivienna.info\/wp-content\/uploads\/sites\/68\/2023\/11\/17223346\/q5bryqo5d025ltdpm3twai06gfzqiakrklgrvxwtmwlrzxmsnh4i3zi0kwhawiduiugkwzhnfngsb37ffyfwhix3kbiyjtymcypeqqhsr-auyxtlppgdk-1ldwmogrkqmtm3klpftnkq7wco1voxnq.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Juli 1897, p\u00fcnktlich um 8:00 Uhr morgens, fand in Neu-Kagran, dem heutigen 22. Wiener Gemeindebezirk, ein Lauf statt. Kaum jemand der Anwesenden bei dieser Veranstaltung ahnte wohl, dass er Zeuge eines historischen Sportereignisses wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals setzten sich 8 Personen das Ziel, eine Distanz von 25,6 km zu \u00fcberwinden. Die Route f\u00fchrte \u00fcber Aspern, Essling, Gro\u00df-Enzersdorf und endete neben einem Gasthaus. Die Organisatoren hatten alles bis ins kleinste Detail durchdacht, denn auf diese Weise wurde die Wartezeit f\u00fcr die Zuschauer verk\u00fcrzt und der Umsatz im Gasthaus gesteigert.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich erreichten 5 Teilnehmer das Ziel bei <strong>\u201eFriedmann&#8217;s Gasthaus\u201c<\/strong>, von denen sich <strong>Mauricio Albala<\/strong> als der schnellste erwies. <strong>Dieses gro\u00dfe Ereignis markierte den Beginn der leichtathletischen \u201e\u00c4ra\u201c in der Geschichte Wiens.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Allgemeinen sind die \u00d6sterreicher seit dem 13. Jahrhundert mit der Leichtathletik vertraut. Damals wurden den Menschen grundlegende Lauff\u00e4higkeiten zur Vorbereitung auf milit\u00e4rische Konflikte beigebracht. Bis zum Ende des Mittelalters wurde das Laufen bei Wettbewerben praktiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit erfreute sich das Laufen gro\u00dfer Beliebtheit bei den unteren Gesellschaftsschichten. Zwischen 1382 und 1534 fanden zweimal j\u00e4hrlich die sogenannten <strong>\u201eRennen um die Barchents\u201c<\/strong> statt. An diesen durften ausschlie\u00dflich L\u00e4uferinnen teilnehmen. Die Wettkampfstrecke verlief entlang des heutigen Rennwegs bis an den Stadtrand. Den Siegerinnen wurde als Preis eine Decke, ein sogenannter \u201eBarchent\u201c, \u00fcberreicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der beste Wiener Leichtathlet, die ersten Marathons<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.ivienna.info\/wp-content\/uploads\/sites\/68\/2023\/11\/17223346\/l1jymsivavns-xaly4prgddkxpmyxun_ql0mzedxul43nfyjrpgfa1sliov7bpldf17rgo0tktq6gwkq5dg8gl6ehmtkxoktzh29e4lutti9spf5hhpguvlypg44hrmkyf0wm0euibl78d-yxufabg.jpg\" alt=\"\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der erste erfolgreiche Leichtathlet Wiens war <strong>Mauricio Albala<\/strong>, geboren am 15. Juni 1877 in Timi\u0219oara. Er war nicht nur der beste Wiener L\u00e4ufer, sondern auch ein <strong>vielseitiger Sportler<\/strong>, da er aktiv Schi- und Radsport betrieb und Mitglied des Teams des \u201eAC Victoria\u201c war. Albala war auch der erste \u00d6sterreicher, der an einem Marathon teilnahm, der im Herbst 1897 in Budapest stattfand.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit wurden Marathons nicht \u00fcber die klassische Distanz von 42,195 km, sondern \u00fcber 40 km ausgetragen. Albala konnte den dritten Platz belegen, indem er die Distanz in 4 Stunden und 6 Minuten bew\u00e4ltigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Albala ging jedoch nicht nur als Sportler in die Geschichte ein, sondern auch als Organisator von Leichtathletikwettbewerben. Er ist einer der Gr\u00fcnder der Leichtathletik-Sektion des <strong>Wiener Athletiksport Clubs \u201eWAC\u201c<\/strong> und Mitglied des \u201eComit\u00e9 zur Veranstaltung von Fu\u00dfballwettspielen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Analyse verschiedener Literaturquellen zum ersten Marathon in Wien fallen Unstimmigkeiten im Datum auf. Die meisten Quellen nennen den <strong>14. Juli 1901<\/strong>, als der \u201eNeubauer Sport-Club\u201c einen 40-Kilometer-Marathon organisierte.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Wettkampf meldeten sich 16 L\u00e4ufer an, aber nur 5 Personen gingen an den Start, unter ihnen auch Albala. Er galt als Favorit des Marathons.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Sieg war f\u00fcr ihn jedoch nicht einfach. In V\u00f6sendorf verlor Mauricio das Bewusstsein, musste eine Pause einlegen und verlor dadurch Zeit, sodass er als Dritter ins Ziel kam. Sieger des Laufs wurde <strong>Fritz Lust<\/strong> mit einer Zeit von 3:59:04.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1902 fand ebenfalls ein Marathon statt, der jedoch weitaus besser organisiert war. Auf der Strecke Wiener Neustadt\u2013Wien wurden die L\u00e4ufer von Radfahrern unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ist ein positiver Trend und eine wachsende Popularisierung der Leichtathletik zu beobachten: Die Zahl der Athleten nahm zu, und die Stadtbewohner zeigten ein bemerkenswertes Interesse an dieser sportlichen Disziplin. Dar\u00fcber hinaus wurden neue Laufwettbewerbe eingef\u00fchrt: der <strong>\u201eAuhoflauf\u201c<\/strong>, der <strong>\u201eGel\u00e4ndelauf\u201c<\/strong> und <strong>\u201eH\u00fctteldorf \u2013 Hohe Warte\u201c<\/strong>. All dies zeugt davon, dass sich diese Sportdisziplin in Wien aktiv entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Beginn des Ersten Weltkriegs kam die Entwicklung zum Stillstand, wurde aber nach dessen Ende wieder aufgenommen. Eine Neuerung war, dass auch <strong>Frauen begannen, Interesse an dieser Sportart zu zeigen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1919 wurde in Wien der Staffellauf <strong>\u201eQuer-durch-Wien-Lauf\u201c<\/strong> veranstaltet. Die Medien berichteten im Voraus ausf\u00fchrlich \u00fcber dieses Ereignis. An diesem Tag versammelten sich 1275 L\u00e4ufer auf der sieben Kilometer langen Strecke. Der Start erfolgte am Wiener Westbahnhof, und die Laufstrecke f\u00fchrte \u00fcber die Mariahilfer Stra\u00dfe in 15 Etappen zum \u201eWAC\u201c. Mehrere tausend Zuschauer verfolgten den Verlauf des Staffellaufs aufmerksam; die Stra\u00dfen der Stadt waren \u00fcberf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Staffellauf war ein gro\u00dfer Erfolg und wurde in den folgenden Jahren unter aktiver Beteiligung von Frauen fortgesetzt. Die Veranstaltung wurde zu einem j\u00e4hrlichen Ereignis und fand sogar w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Ende der Kriegshandlungen entstanden in Wien neue Marathons, Wettk\u00e4mpfe und L\u00e4ufe. So entwickelte sich die Leichtathletik von Jahr zu Jahr aktiv weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Stadtbild ohne Menschen, die jeden Morgen laufen gehen, ist heute kaum vorstellbar. Doch das war nicht immer so. In fr\u00fcheren Zeiten galt das Laufen in der Stadt als eine Seltenheit, schreibt ivienna.info. Laufen in fr\u00fcheren Zeiten Im Juli 1897, p\u00fcnktlich um 8:00 Uhr morgens, fand in Neu-Kagran, dem heutigen 22. 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