9 Februar 2026

Hilda Löwy-Flatter – eine große Wiener Pianistin 

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Hilde Loewe-Flatter ist wohl die bekannteste Persönlichkeit der Wiener Theater- und Musikwelt der Zwischenkriegszeit. Berühmt wurde sie nicht nur durch ihren Hit „The Old Song“, sondern auch durch ihr wunderschönes Klavierspiel, schreibt ivienna.info.

Beginn der musikalischen Karriere

Hilde wurde am 18. Juli 1895 geboren. Ihr Vater, Ernst Löwy, war ein Kaufmann jüdischer Herkunft. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Akademie für Musik und darstellende Kunst im Jahr 1920 begann Löwy eine große Karriere als Pianistin und Begleiterin. Sie trat im Duo mit der herausragenden Geigerin und Nichte Gustav Mahlers, Alma Rosé, auf.

Neben dem Klavierspiel unterrichtete Hilde auch Musik. Löwys Kompositionen zeichnen sich durch Vielfalt und Sensibilität aus. Laut ihrem Ehemann nahm Hilde ihr kompositorisches Talent nicht ernst.

Hildes Lieder wurden sehr oft im Radio gespielt, aber der Hit „Das alte Lied“ brachte Flatter weltweite Anerkennung. Er wurde von verschiedenen Jazzbands interpretiert.

Loewe konnte sehr gut von einem Genre zum anderen wechseln, und das gelang ihr ohne besondere Anstrengung.

Im Jahr 1929 nahm Hilde unter dem Pseudonym Henry Love eine Schallplatte für die Firma „Columbia“ auf. Ziemlich oft trat Loewe bei ihren Konzerten unter ihrem bürgerlichen Namen auf, kehrte aber später zum Namen Henry Love zurück.

Auf der Suche nach einem glücklichen Leben

1934 heiratete Hilde den Maler Josef Otto Flatter, und noch im selben Jahr verließ die Familie Österreich. Dies geschah aufgrund der politisch schwierigen Lage im Land. Ihre zweite Heimat fanden Hilde und Josef in England. 1936 erhielt Hilde eine Arbeitserlaubnis als Pianistin.

Im Zeitraum von 1934 bis 1938 unternahm die Künstlerin viele Konzertreisen und begann, wieder in Österreich aufzutreten.

1941 begann Loewe als Konzertmeisterin bei Veranstaltungen der Liszt Society und im British Austrian Club zu arbeiten. Darüber hinaus widmete die Pianistin ihre schöpferische Tätigkeit der Arbeit bei der „Entertainments National Service Association“ (ENSA). Loewe trat sehr aktiv vor britischen Soldaten auf.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs trat Hilde wieder gemeinsam mit Sängern und Instrumentalisten auf. 1947 wurde sie britische Staatsbürgerin.

Bis 1971 arbeitete Loewe als Konzertbegleiterin und war parallel dazu eine gefragte Klavierlehrerin in Wien und London.

Laut ihrem Ehemann Josef Flatter verlor die Komposition „Das alte Lied“ auch während des Zweiten Weltkriegs nicht an Popularität. Der österreichische Komponist Anton Karas spielte diesen Hit im Film „Der dritte Mann“. Hilde Loewe selbst führte ihre legendäre Komposition gemeinsam mit dem Tenor Rudolf Schock bei einem Festkonzert zum 200. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe auf.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Karriere des Tenors Schock in dieser Zeit einen Einbruch erlebte und sich erst nach dem Konzert in London und einer Tournee in Australien wieder zu entwickeln begann.

Trotz der Emigration konnte Loewe ihre musikalische Karriere, insbesondere als Pianistin, fortsetzen. Es ist ungewiss, ob sie ihr kompositorisches Schaffen in den Vordergrund gestellt hätte, wären ihr nicht Beschränkungen auferlegt worden und hätte sie sich nicht an das Leben in einem fremden Land anpassen müssen.

1976 verstarb Hilde Loewe-Flatter in London. Josef Otto Flatter, der seine Frau um 12 Jahre überlebte, kämpfte mit aller Kraft um die Aufführungsrechte von Loewes Kompositionen.

Im Jahr 2013 wurde Hilde Loewe als geniale Komponistin wiederentdeckt. Die deutsche Sängerin Evelyn Forster interpretierte Loewes vergessene Chansons.

Ebenfalls 2013 fand im Theater Nestroyhof Hamakom die Premiere der Chanson-Operette „Der Fensterputzer von Monte Carlo“ statt. 2016 führte Wolfgang Dosch mit Studierenden der Operettenklasse der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien Hildes Werke beim Festival „EntArteOpera“ auf.

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