9 Februar 2026

Ferdinand Fellner der Jüngere – bekannter österreichischer Bildhauer und Architekt

Related

Digitalisierung Wiens: Strategien, Innovationen und neue Verwaltungsorganisation

Die digitale Transformation ist eine unabdingbare Voraussetzung für die...

Neujahrstraditionen Wiens im 20. Jahrhundert

Im Laufe des 20. Jahrhunderts bildete sich in Wien...

Share

Ferdinand Fellner der Jüngere ist ein bekannter österreichischer Architekt, dessen Schaffen die europäische Architekturgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte. Gemeinsam mit seinem Partner Hermann Helmer gründete er das Architekturbüro „Fellner & Helmer“, das sich auf den Entwurf und Bau von Theater- und Konzerthäusern spezialisierte. Ihre im Stil des Historismus mit Elementen des Neobarocks und der Moderne gehaltenen Werke schmücken Städte in Mittel- und Osteuropa, einschließlich der Ukraine. Dieser Artikel handelt von diesem außergewöhnlichen Mann. Mehr dazu auf ivienna.info.

Ein wenig über den Architekten

Ferdinand Fellner der Jüngere wurde am 19. April 1847 in Roskau geboren. Der herausragende österreichische Architekt war für seine Theaterarchitektur in Mittel- und Osteuropa bekannt. Er studierte an der Technischen Hochschule in Wien. Seine Ausbildung absolvierte Ferdinand Fellner der Jüngere unter der Anleitung seines Vaters, des Architekten Ferdinand Fellner des Älteren.

Seine Karriere begann er 1866 im Atelier seines Vaters, nachdem er sein Studium an der Technischen Hochschule in Wien abgebrochen hatte. Das erste eigenständige Werk des Architekten war das Interimstheater in Brünn, das 1870 erbaut wurde. Zudem arbeitete er an Aufträgen seines Vaters mit und war insbesondere am Bau des Stadttheaters in Wien beteiligt.

Ferdinand Fellner der Jüngere war nicht nur ein talentierter Schöpfer, sondern auch ein liebender Ehemann und Vater. Aus seiner Ehe mit Katharina (der Tochter des Hofbäckers Planck) gingen zwei Kinder hervor: Melanie und Ferdinand, der im Familienkreis „Ferry“ genannt wurde. Seine Familie war ein wichtiger Teil seines Lebens und seine Kinder eine Quelle der Inspiration und Unterstützung auf seinem kreativen Weg.

Die Tätigkeit von „Fellner & Helmer“

Im Jahr 1873 schloss sich Fellner mit seinem Kollegen Hermann Helmer zusammen und gründete ein erfolgreiches Architekturbüro. Gemeinsam wurden sie durch den Entwurf und Bau von rund 40 Theatern in verschiedenen europäischen Städten berühmt. Das Ronacher Varieté wurde von 1887 bis 1888 auf den Fundamenten von Fellners Stadttheater errichtet, und das Deutsche Volkstheater wurde zwischen 1887 und 1889 erbaut. Von 1873 bis 1893 erbaute Fellner zudem die Gebäude an der Westseite des Stephansplatzes sowie das Warenhaus Krahner-Rothberger. Leider wurden diese Bauten 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Unter der Leitung von Ferdinand Fellner dem Jüngeren und Hermann Helmer entwarf und baute ihre Firma „Fellner & Helmer“ zahlreiche Theater in Städten in Österreich, Deutschland, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Polen, Rumänien, der Schweiz und der Ukraine.

Im Zeitraum von 1874 bis 1879 arbeiteten sie am Bau des neuen Gebäudes der Wiener Universitätssternwarte. Nach der feierlichen Eröffnung durch Kaiser Franz Joseph I. konnte die Sternwarte mit dem damals größten Teleskop der Welt aufwarten.

Im Jahr 1887 entwarf Fellner der Jüngere das Gebäude des Nationalen Akademischen Theaters für Oper und Ballett in Odessa, ausgeführt im Stil des „Wiener Barocks“. Die Architektur des Zuschauerraums ist im Stil des späten französischen „Rokoko“ gehalten. Das nach den Plänen von Fellner dem Jüngeren erbaute Theater in Czernowitz, benannt nach Olha Kobyljanska, wurde 1905 in Betrieb genommen.

(Architekturbüro „Fellner & Helmer“)

Am 22. März 1916 verstarb Ferdinand Fellner der Jüngere im Alter von achtundsechzig Jahren in seinem Haus in Wien. Der herausragende Architekt, dessen Werke Städte in ganz Europa schmücken, fand seine letzte Ruhestätte auf dem Grinzinger Friedhof, wo er in der Familiengruft beigesetzt wurde. Der Tod von Fellner dem Jüngeren war ein großer Verlust für die Architekturwelt, aber sein Vermächtnis lebt in den prächtigen Gebäuden, die er schuf, weiter.

....... . Copyright © Partial use of materials is allowed in the presence of a hyperlink to us.