Eduard Suess – ein Geologe und eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, von dem die Hypothese über die Existenz des Kontinents Gondwana und des Tethysmeeres stammt. Er war maßgeblich am Bau der Wiener Hochquellenwasserleitung und an der Regulierung der Donau beteiligt. Mit seinen Arbeiten revolutionierte Suess die österreichische Geologie, berichtet ivienna.info.
Alles begann mit der Paläontologie

Eduard wurde am 20. August 1831 in London geboren. 1834 zog die Familie Suess nach Prag. Etwa fünf Jahre lang besuchte Eduard das Prager Clementinum. 1845 musste er jedoch seine Ausbildung abbrechen, da er mit seiner Familie nach Wien zog. Im Jahr 1846 begann Eduard sein Studium am Polytechnischen Institut in Wien.
1848 schloss sich Suess den Revolutionären an und trat der Akademischen Legion bei. Während dieser Zeit kehrte er nach Prag zurück, wo er sein Studium am Polytechnischen Institut fortsetzte. Häufige Besuche des Prager Nationalmuseums und diverse Exkursionen in die Umgebung der Stadt weckten in Eduard das Interesse für die Paläontologie.
1849 kehrte Suess nach Wien zurück und widmete sich vollständig dem Studium der Graptolithen des böhmischen Silurs. 1851 veröffentlichte er seine erste wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema.
1852 arbeitete Eduard als Assistent im „Hof-Mineralien-Cabinett“, wo er als erster österreichischer Forscher fossile Säugetiere untersuchte.
Dank seiner Forschungen wurde Suess bald weltberühmt.
Geologie und Innovationen in Wien

1862 verließ Suess das „Hof-Mineralien-Cabinett“ und begann seine Tätigkeit an der Universität Wien am Lehrstuhl für Geologie. Es ist erwähnenswert, dass Suess ab 1860 die geologischen Verhältnisse Wiens untersuchte. Er konzentrierte sich dabei auf ein damals akutes Problem: die Wasserversorgung der Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Wiener Häuser aus rund 10.000 Brunnen mit Wasser versorgt.
Besonders schwierig war die Lage in einigen Stadtteilen, wie zum Beispiel in Matzleinsdorf, wo die Bewohner ihr Wasser aus der Siebenbrunner Wasserleitung bezogen, das durch Leichengift vom Matzleinsdorfer Friedhof verunreinigt war.
Um die schlechten sanitären und hygienischen Bedingungen zu verbessern, wurde in Wien eine Wasserversorgungskommission eingerichtet. Dieser gehörten 12 Mitglieder an, darunter auch Suess.
Trotz Einwänden und Skandalen begann 1870 der Bau der ersten Wiener Hochquellenwasserleitung. Das Wasser dafür stammte aus den Kalkalpen an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Die feierliche Eröffnung der Wasserleitung fand im Oktober 1873 statt.
Die zweite bedeutende Arbeit des Geologen Suess war die Regulierung der Donau. Der Wiener Gemeinderat hatte sich bereits seit 1860 aufgrund ständiger Überschwemmungen mit dieser Frage befasst.
Im Jahr 1867 wurde eine Donauregulierungskommission gebildet, der auch Suess angehörte. Die Kommission beschloss die Schaffung eines neuen Flussbettes, das 1875 in Betrieb genommen wurde.
Parallel zu seiner Arbeit in der Stadtverwaltung verfasste Suess wissenschaftliche Arbeiten. 1875 führte er den geologischen Begriff „Biosphäre“ ein und 1885 den Begriff „Baltischer Schild“.
In seiner 168-seitigen Studie „Die Entstehung der Alpen“ aus dem Jahr 1875 legte er seine Ansichten zur Gebirgsbildung klar dar.
In seinem Werk „Das Antlitz der Erde“ (1883–1909) gab der Geologe einen umfassenden Überblick über den Aufbau und die Entwicklung der Erdkruste. Suess vertrat die Ansicht, dass die Form und Struktur von Faltengebirgen auf ihre Entstehung durch die Kompression der Erdkruste hindeuten. Die Bildung von Meeresbecken stellte der Geologe als einen Prozess des Einbruchs der Erdkruste dar. In seiner Arbeit beschrieb er die Herausforderungen der theoretischen Geologie und skizzierte deren zukünftige Entwicklungswege.
Dank seiner einzigartigen wissenschaftlichen Leistungen war Suess Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Institutionen. Bis ans Ende seiner Tage widmete er sich der Wissenschaft. Im April 1914 verstarb Eduard Suess.