9 Februar 2026

Ludwig Boltzmann – der Wiener Schöpfer der kinetischen Theorie

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In Wien wurde eine große Anzahl von Wissenschaftlern geboren, einer von ihnen ist Ludwig Boltzmann, der einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Physik leistete. Mehr über das Leben und Wirken von Ludwig Boltzmann erfahren Sie auf ivienna.info.

Studium und erste Schritte in der Wissenschaft

Ludwig Boltzmann in jungen Jahren

Ludwig wurde am 20. Februar 1844 in Wien geboren. Von klein auf zeichnete er sich durch enorme Begabung und Fleiß aus. In seiner Schulzeit war er der beste Schüler der Klasse. Ludwig liebte nicht nur die exakten Wissenschaften, sondern auch die Musik. Er spielte hervorragend Klavier und veranstaltete musikalische Familienabende. Die ganze Familie versammelte sich dann, um seinem Spiel zu lauschen. Als Ludwig 15 Jahre alt war, verlor er seinen Vater, der an Tuberkulose verstarb.

Bald darauf zog seine Familie nach Wels und später nach Linz. 1854 trat Ludwig in das Gymnasium ein, das er 1863 mit Auszeichnung abschloss.

Mit 19 Jahren inskribierte er an der Universität Wien an der Fakultät für Mathematik und Physik. Zu seinen Lehrern zählten unter anderem Josef Petzval und Josef Stefan.

Noch als Student am k.k. physikalischen Institut präsentierte Boltzmann 1865 seine erste Arbeit, in der er die Bewegung der Elektrizität auf gekrümmten Oberflächen untersuchte.

Bereits im Dezember 1866 schloss er sein Studium ab und erlangte den Doktorgrad.

In den folgenden Jahren wurde der talentierte Wissenschaftler Assistent von Josef Stefan. Bei seiner Arbeit bewährte sich Ludwig, und schon im März 1868 stimmte der Lehrkörper der physikalischen Fakultät einstimmig für seine Habilitation als Privatdozent für mathematische Physik. 1869 wurde Ludwig auf die Professur für theoretische Physik an der Karl-Franzens-Universität in Graz berufen.

Karriereentwicklung und wissenschaftliche Forschung

Ludwig Boltzmann bei der Arbeit

Im Jahr 1869 veröffentlichte Boltzmann seine Arbeit „Studien über das Gleichgewicht der lebendigen Kraft zwischen bewegten materiellen Punkten“. Darin entwickelte er die Transportgleichung, die heute als Boltzmann-Gleichung bekannt ist. Darüber hinaus bewies er das H-Theorem, welches die erste statistische Deutung der Entropie darstellt. Solche herausragenden Ergebnisse mit 25 Jahren zu erzielen, ist eine bemerkenswerte Leistung!

1871 bewies der Wissenschaftler, dass der zweite Hauptsatz der Thermodynamik allein auf Basis der Wahrscheinlichkeitstheorie aus der Mechanik abgeleitet werden kann.

1873 kehrte Boltzmann nach Wien zurück und übernahm den Lehrstuhl für Mathematik. 1876 wurde er zum Professor für Experimentalphysik und zum Leiter des Physikalischen Instituts in Graz ernannt.

Das Jahr 1890 war eines der wichtigsten und erfolgreichsten in Boltzmanns Leben. In dieser Zeit verbreitete sich sein Ruf als einer der führenden Wissenschaftler rasant, und viele Physikstudenten kamen nach Graz, um bei Boltzmann zu lernen.

1877 publizierte der Wissenschaftler eine weitere Arbeit, in der er die Beziehung zwischen dem zweiten Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie und der Wahrscheinlichkeitstheorie beschrieb. Diese Arbeit führte zum Boltzmann-Prinzip – der probabilistischen Begründung der Wärmetheorie, die später in der Physik weithin bekannt wurde. Die berühmte Formel S = k log W wurde erstmals von Max Planck in dieser Form verwendet. 1884 leitete Boltzmann aus der elektromagnetischen Theorie des Lichts die Abhängigkeit der Wärmestrahlung von der Temperatur ab.

1890 begann Boltzmann an der Universität München zu lehren und kehrte 1894 nach Wien zurück. Im Jahr 1900 übernahm Ludwig eine Professur für theoretische Physik an der Universität Leipzig. Bald darauf zog er erneut nach Wien, wo er Vorlesungen über theoretische Physik hielt.

Mit der Zeit begann Boltzmanns Sehvermögen nachzulassen, er litt unter unerträglichen Kopfschmerzen und war gezwungen, seine Lehrtätigkeit aufzugeben.

Im September 1906 nahm sich der große Wissenschaftler Ludwig Boltzmann das Leben. Er wurde auf dem alten Döblinger Friedhof beigesetzt und später auf den Zentralfriedhof umgebettet.

Zu Ehren des Wissenschaftlers schuf Leopold Brandeiský ein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien. Eine Kopie davon wurde im Institut für Experimentalphysik der Universität Wien aufgestellt. Darüber hinaus wurde eine Gasse im 9. Wiener Gemeindebezirk nach Boltzmann benannt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ludwig Boltzmann einer der herausragendsten Physiker des späten 19. Jahrhunderts war. Er machte sich weltweit einen Namen. Seine Arbeiten wurden zum Schlüssel für Erkenntnisse, die später zu weiteren revolutionären Entwicklungen führten. Boltzmann widmete sein Leben nicht nur der Wissenschaft, sondern war auch sportlich aktiv und ein engagierter Familienmensch. Seine Arbeit war von großem Nutzen für die Menschheit.

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