Wien hat eine große Anzahl talentierter Ärzte hervorgebracht, die viele Leben gerettet und einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Medizin geleistet haben. Einer von ihnen ist der talentierte Professor für Orthopädie, Karl Chiari. Er stammte aus einer Medizinerdynastie und wurde zum Begründer der modernen Orthopädie in Wien. Seine Arbeiten zur Behandlung der Hüftluxation und zur Rekonstruktion der Gelenkpfanne brachten ihm enormen Erfolg. Damals wurde Karl Chiari weltweit bekannt. Lesen Sie hier über das Leben und Wirken dieses großen Mannes. Mehr auf der Website ivienna.info.
Kindheit und Ausbildung

Karl wurde am 9. Juni 1912 geboren. Sein Vater war als praktischer Arzt tätig und wurde später zum Chefarzt eines Krankenhauses in Linz ernannt. Sein Großvater, Ottokar Freiherr Chiari, war ebenfalls Arzt, doch sein Lebensweg führte ihn in die Pädagogik. Er nahm eine Stelle an der Universität Wien an, wo er eine Professur für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde innehatte.
Schon als Kind war Karl ein wissbegieriger Junge. Im Jugendalter begann er, sich für Medizin zu interessieren, und erkannte, dass seine Berufung darin bestand, Menschen zu helfen.
Nach dem Schulabschluss an einer Wiener Schule trat Chiari in das Schottengymnasium ein, das er 1930 absolvierte. Anschließend entschied er sich für ein Hochschulstudium und inskribierte an der Universität Wien, um Medizin zu studieren. Im Jahr 1936 erwarb er sein Diplom. Danach begann seine praktische Tätigkeit, und Chiari wurde Assistent bei Eduard Pernkopf am Anatomischen Institut der Universität Wien.
Karriereentwicklung

Im Herbst 1936 wechselte Chiari als Assistenzarzt von Dr. Egon Ranzi an die Chirurgische Universitätsklinik. 1939 wurde Chiari zum Oberarzt der orthopädischen Abteilung ernannt. Es ist bemerkenswert, dass er während des Zweiten Weltkriegs einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation von Kriegsversehrten sowie zur Betreuung von Kindern mit körperlichen Behinderungen leistete.
1938 heiratete Chiari Elfriede Wittasek, die bei der Geburt ihres zweiten Kindes an einer Sepsis verstarb. Karl brauchte lange Zeit, um den Tod seiner Frau zu überwinden. In zweiter Ehe heiratete er seine Kollegin Elisabeth Fraundorfer.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte Karl seine Arbeit in der orthopädischen Abteilung unter der Leitung von Albert Lorenz fort. 1951 löste er Lorenz ab, als er zum Leiter der orthopädischen Abteilung ernannt wurde.
1953 erhielt Chiari den Professorentitel, vor allem dank seiner einzigartigen Arbeiten zur Hüftgelenksprothetik. 1962 wurde die orthopädische Abteilung der Universität in eine eigenständige Klinik umgewandelt, und Chiari wurde deren Leiter.
In dieser Zeit diente die von Chiari geleitete Klinik als Vorbild für andere ähnliche Einrichtungen in Österreich. In seinen 20 Jahren an der Spitze der Einrichtung übte er einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Orthopädie aus. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern führte Chiari moderne orthopädische Behandlungsmethoden und verschiedene chirurgische Techniken ein.
Zusammen mit Fritz Meznik widmete er sich der Erforschung von Behandlungsmethoden für Skoliose und Knochentumoren. Bis zu seinem Tod leitete Chiari seine Klinik und gab seinen Kollegen ein würdiges Beispiel, indem er stets nach ihrer Erweiterung und Entwicklung strebte.
Im Laufe seines Lebens verfasste Karl über 80 wissenschaftliche Arbeiten, die das gesamte Feld der Orthopädie abdeckten.
Chiari zeigte stets großes Verständnis für die Probleme und Bedürfnisse seiner Patienten mit besonderen Bedürfnissen. Wie bereits erwähnt, engagierte er sich während des Zweiten Weltkriegs für die Behandlung von Menschen mit körperlichen Behinderungen. Nach 1945 setzte er diese Arbeit fort. Viele Jahre lang leitete er die „Waldschule“ in Föhrenwald. Im Sanatorium Grimmenstein gründete Chiari eine Abteilung zur Behandlung von Knochentuberkulose und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates.
Für seine Verdienste in der Orthopädie erhielt Chiari zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Am 18. Jänner 1982 verstarb der legendäre Arzt in Wien und hinterließ ein umfangreiches Werk, das von heutigen Traumatologen und Orthopäden genutzt wird.