9 Februar 2026

Die Ankunft des Fahrrads in Wien: Spannende Fakten aus der Geschichte

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Im Jahr 1817 entwickelte der deutsche Erfinder Karl Drais in Mannheim das erste Zweirad der Welt und löste damit eine wahre Revolution in der Fortbewegung aus. Schon bald verbreiteten sich die Fahrräder weltweit, und Wien bildete da keine Ausnahme. Mehr darüber, wie die Fahrräder in die Stadt kamen und wann der Radsport entstand, lesen Sie hier auf ivienna.info.

Der Kampf ums Radfahren

Anfang des Jahres 1880 erfreuten sich Fahrräder in verschiedenen Städten Europas großer Beliebtheit. In Wien jedoch waren sie einige Jahre zuvor zur Nutzung verboten worden. Schuld daran waren häufige Unfälle sowie schreckhafte Fußgänger und Pferde. Die Zweiräder, die durch Pedale an den Naben angetrieben wurden, kamen in Wien ab 1867 wieder in Gebrauch. Allerdings war das Fahren nur auf speziell dafür ausgewiesenen Flächen erlaubt.

Im Mai 1884 veröffentlichten die vereinigten Wiener Fahrradklubs in der „Allgemeinen Sport-Zeitung“ einen Appell an die Behörden und die Polizei. Darin forderten sie die Ausarbeitung von Fahrregeln und die Öffnung der städtischen Straßen für Radfahrer.

Ihre Bitte wurde erhört und 1885 wurden Fahrregeln für Radfahrer auf öffentlichen Straßen entwickelt. Auf einer Reihe von Straßen blieb dieses Verbot jedoch noch einige Jahre bestehen, wurde aber bald darauf aufgehoben, was zur Entwicklung des Radsports führte.

Was die Regeln betraf, so musste jeder, der dieses Fahrzeug lenken wollte, eine Fahrprüfung ablegen, eine Nummerntafel anbringen und einen Abstand von mindestens 20 cm zu anderen Radfahrern einhalten. Um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten, musste jeder Fahrer eine Pfeife bei sich tragen und diese bei Bedarf verwenden.

Die ersten Radwege

Im März 1896 forderten die Fahrer von Zweirädern von der Stadtverwaltung die Schaffung von Radwegen in der Stadt. Im Herbst desselben Jahres fasste der Wiener Gemeinderat den Beschluss, die Anlage von Radwegen bei zukünftigen Straßenbauprojekten zu berücksichtigen.

1897 wurde der Wiener Touring-Club „ÖTC“ gegründet, und kurz nach seiner Gründung wurden mehrere Radwege angelegt. Darüber hinaus wurde das Fahrrad als vollwertiges Fortbewegungsmittel anerkannt.

1915 wurden weitere Radwege entlang der Donau und des Donaukanals gebaut. Ab 1935 erlebte der Radverkehr in der Stadt einen Aufschwung, da dieses Verkehrsmittel weitaus günstiger war als ein Auto. In dieser Zeit begann der intensive Ausbau von Radwegen.

Klubs und Rennen

Trotz allem fand 1870 im Prater das erste Radrennen statt, organisiert vom Wiener Cyclisten-Club. Einige Zeit später gab es in der Stadt bereits rund 8 Fahrradklubs, und auf der Lassallestraße wurde die erste Klubmeisterschaft ausgetragen. Der „Währinger Bicycle-Club“ richtete im Bereich des Türkenschanzparks eine Trainingsstrecke ein und eröffnete später eine richtige Radrennbahn.

Der Aufschwung des Radverkehrs

Allmählich erkannten die Wiener, dass das Fahrrad ein praktisches Fortbewegungsmittel ist, das von normalen Bürgern sowie von Berufstätigen in wichtigen Bereichen wie Ärzten, Postboten und Polizisten genutzt werden kann.

Mitte des 20. Jahrhunderts verschwanden die Fahrräder jedoch aus Wien, da die Menschen zunehmend auf das Auto umstiegen. Erst in den 1980er-Jahren gewannen sie wieder an Popularität.

Das heutige Wien ist eine Fahrradstadt, denn es zählt 40.000 Fahrradabstellplätze. Zudem stehen rund 500 städtische Leihfahrräder für jedermann zur Verfügung. Beeindruckend ist auch das Radwegenetz, das sich über 1.317 km erstreckt.

Interessanterweise geben rund 79 % der Stadtbewohner, die täglich Rad fahren, an, dass sie diese Art der Fortbewegung als angenehmer und sicherer empfinden. Genau aus diesem Grund nutzen alle Touristen, die Wien besuchen, das Fahrrad.

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