9 Februar 2026

Niki Lauda – die Wiener Legende des Motorsports

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Der Name Niki Lauda ist weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Er war ein dreifacher Weltmeister in der Formel 1. Die Biografie dieses Sportlers ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie ein Mensch trotz schwerster Lebensprüfungen außergewöhnlichen Erfolg haben kann. Indem er alle Widrigkeiten überwand, wurde Niki für viele Fans des Rennsports zu einem Vorbild, schreibt ivienna.info.

Kindheits- und Jugendjahre

Geboren wurde Niki am 22. Februar 1949 in Wien. Seine Eltern waren einflussreiche Leute, erfolgreiche Banker und an der Börse tätig. Der Großvater des Jungen war ein angesehener Arzt und Großindustrieller. Von früher Kindheit an begeisterte sich Niki für Autos, aber die Erwachsenen schenkten dem zunächst keine besondere Beachtung.

Im Alter von 19 Jahren startete der junge Mann in der europäischen „Mini“-Rennserie. Da schlug sein Vater Alarm, konnte aber nichts mehr ausrichten. Die Karriere des jungen Wiener Rennfahrers verlief anfangs ohne besondere Erfolge. Lauda erkannte, dass sich etwas ändern musste, und entschloss sich, einen Kredit bei einer Bank aufzunehmen. Das half ihm, 1971 Mitglied des „March“-Teams zu werden, das in der Formel 2 antrat.

Bald erlangte Lauda Bekanntheit. Eines Tages wurde der Teambesitzer Robin Herd auf ihn aufmerksam und lud ihn ein, in der Formel 1 zu fahren, da das „March“-Team in beiden Serien gleichzeitig antrat. Die Ergebnisse waren jedoch schlecht.

Niki verfiel beinahe in eine Depression und dachte daran, den Rennsport endgültig aufzugeben. Nach einiger Zeit fing er sich wieder und nahm einen weiteren Kredit auf. Daraufhin wechselte er ins „BRM“-Team, für das er 1973 fuhr. Doch auch hier blieben die guten Ergebnisse aus. Alles änderte sich zum Besseren, als ihn ein ehemaliger Partner ins neue „Ferrari“-Team einlud. Er sagte zu und unterzeichnete den Vertrag. Mit dem Geld, das er erhielt, konnte er seine Kredite zurückzahlen.

Erfolge im Sport

1974 fand sich Niki im neu formierten „Ferrari“-Team wieder, das von Luca di Montezemolo geleitet wurde. Der junge Rennfahrer fand schnell eine gemeinsame Sprache mit dem Team. Mit großem Einsatz testete er das neue Auto und machte daraus einen herausragenden Boliden. Die Erfolge bei den Rennen ließen nicht lange auf sich warten. Sein Debüt beim Großen Preis von Argentinien brachte ihm den zweiten Platz ein und führte das Team zum Sieg.

Die nächste Saison war für Lauda nicht sehr erfolgreich. Als er jedoch begann, den „Ferrari 312T“ zu fahren, gewann er den Großen Preis der USA, was ihm die Weltmeisterschaft einbrachte.

1976 zeigte sich der Österreicher als Führender. Er errang seinen fünften Sieg beim Großen Preis von Großbritannien und lag 35 Punkte vor seinem Konkurrenten. Er sah seine Karriere auf einem guten Weg und schmiedete große Pläne für die Zukunft, doch ein schreckliches Ereignis im selben Jahr durchkreuzte sie.

Alles geschah unerwartet. In der zweiten Runde des Rennens am Nürburgring kam sein Auto auf der regennassen Strecke plötzlich von der Fahrbahn ab und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen die Leitplanke. Der in Flammen stehende Bolide wurde zurück auf die Strecke geschleudert, wo ein nachfolgendes Fahrzeug in ihn krachte.

Beim Aufprall riss es Lauda den Helm vom Kopf, was zu schweren Verbrennungen an Kopf und Gesicht führte. Der Rennfahrer wurde schnell ins Krankenhaus gebracht, wo er ins Koma fiel. Die Ärzte gaben düstere Prognosen ab. Doch nur eineinhalb Monate später stürzte sich der mutige Rennfahrer mit einem Verband am Kopf wieder ins Renngeschehen und wurde beim Großen Preis von Italien Vierter. Sein nächster Erfolg war ein Platz auf dem Podium in den USA.

1977 unterzeichnete Niki einen Vertrag mit Bernie Ecclestone und seinem „Brabham“-Team. Die folgenden zwei Jahre verliefen ohne nennenswerte Ereignisse. Wichtig war nur ein Ereignis – der Große Preis von Schweden 1978. Bemerkenswert war hier der Einsatz des neuen Chassis BT46B, unter dessen Heckflügel ein Ventilator platziert war, der die Luft absaugte. Dieses leistungsstarke Auto erhielt den Namen „Staubsauger-Auto“. Dadurch hatte Lauda in den Kurven einen Vorteil. Es sei darauf hingewiesen, dass das Rennen in Schweden das einzige in der Geschichte des Rennsports für das „Staubsauger-Auto“ blieb. 1979 verließ Lauda die Formel 1 und begründete seinen Rücktritt mit Erschöpfung.

Nicht nur Sportler, sondern auch Geschäftsmann

Nach seinem Abschied vom Sport gründete Niki die Fluggesellschaft „Lauda Air“. Einige Jahre später geriet sie jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und wurde geschlossen. Der Mann stand ohne Einkommen da, was ihn zwang, wieder in den Sport zurückzukehren. Er schloss einen Vertrag über 5 Millionen Dollar mit „McLaren“ ab.

Die erste Saison brachte Lauda zwei Siege und den 5. Platz in der Gesamtwertung. Misserfolge in der nächsten Saison veranlassten ihn, das Team zu verlassen. 1984 sicherte sich Niki den Titel, doch danach folgte eine weitere Enttäuschung. In den Niederlanden konnte der Rennfahrer einen Sieg erringen, verließ die Formel 1 endgültig und kehrte wieder ins Luftfahrtgeschäft zurück.

Im Jahr 2000 verkaufte der Sportler sein Aktienpaket an „Lauda Air“ und gründete eine neue Firma namens „Niki“. Zur gleichen Zeit luden ihn Vertreter von „Ford“ ein, Trainer des „Jaguar“-Teams in der Formel 1 zu werden. Die Arbeit brachte jedoch keine guten Ergebnisse, und 2002 trat Lauda von seinem Posten zurück.

2015 erwarb Niki die Fluggesellschaft „Amira Air“ vom Geschäftsmann Ronny Pecik.

Privatleben, letzte Jahre

Das Privatleben des Rennfahrers war ebenfalls ereignisreich. 1976 heiratete er Marlene Knaus. Bald darauf bekamen sie zwei Kinder. 1991 ließ sich das Paar aufgrund einer Affäre von Niki scheiden. Wie sich herausstellte, hatte der Sportler einen unehelichen Sohn, Christoph. Im Jahr 2009 heiratete Lauda im Alter von 60 Jahren die junge Flugbegleiterin Birgit Wetzinger. Sie schenkte ihrem Liebsten Zwillinge.

Der Unfall von 1976 hatte negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Rennfahrers. Durch das Einatmen giftiger Dämpfe aus dem brennenden Auto bekam Niki Probleme mit der Lunge und anderen inneren Organen. Ende 1990 und 2005 unterzog er sich Nierentransplantationen. 2018 erlitt der Sportler eine schwere Erkältung, die eine stationäre Behandlung erforderte; damals wurde ihm eine Lunge transplantiert.

Nach der Operation nahm Niki in großen Mengen Immunsuppressiva ein, um eine Abstoßung der transplantierten Organe zu verhindern. Die Medikamente wirkten sich negativ auf sein Immunsystem aus und machten ihn anfälliger für verschiedene Infektionskrankheiten, einschließlich der Grippe, die er sich bald darauf zuzog.

Im Winter 2019 wurde Lauda mit Komplikationen dieser Krankheit ins Wiener AKH eingeliefert; nach der Behandlung besserte sich sein Zustand leicht. Der Arzt, der seine Gesundheit überwachte, merkte an, dass das Schlimmste überstanden sei. Die positiven Prognosen bewahrheiteten sich jedoch nicht: Am 20. Mai 2019 verstarb Niki Lauda. Todesursache waren Komplikationen nach einer überstandenen Grippe.

Interessante Fakten

  1. Nach dem schrecklichen Unfall litt Lauda unter Komplexen wegen seines Aussehens. Wenn er in der Öffentlichkeit auftrat, verdeckte er sein Gesicht mit einem roten Kapperl, das bald zu seinem Markenzeichen wurde. Dabei entschied sich Niki nur für eine einzige plastische Operation zur Rekonstruktion seiner Augenlider. Alle anderen „Makel“ ignorierte er.
  2. 1991 stürzte eines der Flugzeuge seiner Firma „Lauda Air“ in Thailand ab. Als dies bekannt wurde, beteiligte sich Niki persönlich an der Untersuchung der Ursachen.
  3. Obwohl er selbst eine Legende war, bezeichnete Lauda in einem seiner Interviews Michael Schumacher als den größten Rennfahrer in der Geschichte der Formel 1 und merkte an, dass Schumacher für ihn die Verkörperung von Akribie und Perfektion sei.
  4. Lauda trat auch im Kino auf. 1999 kam die Komödie „Fast and Loose“ heraus, in der der Sportler einen Cameo-Auftritt hatte. In der Handlung springt ein flüchtender Polizist in ein freies Taxi, an dessen Steuer Niki sitzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Niki Lauda ein wahrer Stolz Österreichs ist. Er hat allen bewiesen, dass selbst die schwierigsten Probleme überwunden werden können, wenn man sich nur anstrengt.

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